Emotionsfokussierte Therapie (EFT)

Die Emotionsfokussierte Therapie (EFT) ist ein erlebnisbezogenes, prozessorientiertes und wissenschaftlich fundiertes Therapieverfahren, bei dem das Bewusstsein, die Akzeptanz, das Verstehen und die Veränderung der Emotionen im Rahmen eines Therapieprozesses im Mittelpunkt stehen.

 

Mit dem Fokus auf Emotionen spiegelt die EFT wieder, was in den letzten Jahren durch die Neurowissenschaft deutlich gemacht wurde: Menschen sind emotional organisiert und das limbische System dominiert über kognitive und exekutive Funktionen. Es wird also angenommen, dass Emotionen unser Denken und Verhalten beeinflussen und eine zentrale Rolle in der Entwicklung und Bewältigung psychischer Schwierigkeiten spielen.

 

Die EFT nimmt an, dass psychische Schwierigkeiten sich aus schmerzhaften vergangenen Erfahrungen, sowie dem Umgang mit den einhergehenden Emotionen, herleiten. Menschen erleben oft immer wieder ähnliche Gefühle aus der Vergangenheit und unsere Reaktionen auf eine gegenwärtige Situation haben manchmal mehr mit Ereignissen zu tun, die in der Vergangenheit passiert sind. Wir bleiben dann in Emotionen stecken, die von früheren schlechten Erfahrungen herrühren. Schmerzhafte Gefühle, wie Einsamkeit, Ohnmacht, Wertlosigkeit, Erniedrigung oder Angst wiederholen sich immer wieder und bilden den Nährboden für gegenwärtige oder zukünftige negative Erfahrungen.

 

Oft haben Menschen nicht ausreichend gelernt, mit ihren Gefühlen wirkungsvoll umzugehen, sie auszuhalten, zu verstehen, zu regulieren oder sie überhaupt wahrzunehmen. Dann fühlen wir uns davon überflutet, fremdbestimmt oder wissen manchmal gar nicht wie wir uns fühlen. Unsere Emotionen geraten aus dem Gleichgewicht oder wir verwenden andere Emotionen (werden zum Beispiel traurig statt wütend oder umgekehrt), um die für uns schmerzhaftere Emotion nicht zu fühlen. Die wichtige oder hilfreichere Emotion (z. B. Wut) kann also manchmal unter der Emotion liegen, die „uns leichter fällt“ (z. B. Traurigkeit), weil Traurigkeit in unserer Familie vielleicht eher akzeptiert wurde als Wut.

 

Die Idee der EFT ist also, dass Emotionen grundlegend leitend für unser persönliches Wachstum sind, uns Botschaften senden, Quelle von Veränderung sind und uns helfen, unsere Bedürfnisse und Ziele nachzugehen. KlientInnen sollen unterstützt werden, diese Emotionen zu verarbeiten, zu nutzen, zu transformieren und zu regulieren. Aus ihrem bewussten Erleben heraus kann neues Erleben, Fühlen und Denken entspringen. Und eine neue Art zu fühlen, kann neue Verhaltensweisen ermöglichen.

 

Bei der EFT wird versucht, Menschen wieder einen Zugang zum eigenen emotionalen Erleben, vor allem zu schmerzhaften Emotionen wie Scham, Traurigkeit und Angst, zu geben und dysfunktionale Emotionen zu verändern. Emotionen werden hier also als eine adaptive Ressource, eine Quelle von Informationen und Orientierung mit starker persönlicher Bedeutung betrachtet. Die Nutzbarmachung adaptiver Emotionen, sowie die Akzeptanz und Veränderung maladaptiver, dysfunktionaler emotionaler Reaktionen stehen im Zentrum der EFT.

 

Die EFT stellt Emotionen somit in zweifacher Hinsicht in den Mittelpunkt: als Wegweiser und Motor sowie im Therapieprozess selbst, also im Hier und Jetzt. In einem wertschätzenden und aufmerksamen Therapieprozess soll den KlientInnen geholfen werden, wieder einen Zugang zu lebendigeren, stärkenden Emotionen zu finden um so schrittweiße emotionale Schwierigkeiten zu überwinden.

 

Die Wirksamkeit der Emotionsfokussierten Therapie ist empirisch belegt und basiert auf den aktuellsten Erkenntnissen der psychologischen und neurowissenschaftlichen Emotionsforschung sowie der Psychotherapieprozess- und Ergebnisforschung (siehe auch hier: https://www.bundesaerztekammer.de/fileadmin/user_upload/_old-files/downloads/pdf-Ordner/WB/Gutachten_Humanistische_Psychotherapie.pdf)

Emotionsfokussierte Paartherapie

Die EFT-Paar geht davon aus, dass es in Paarkonflikten meist weniger um den Streitinhalt, als vielmehr um die dahinter liegenden Emotionen und Bedürfnisse geht. Beziehungen sind Räume für Gefühle und Konflikte, die wir mit uns selbst und unseren PartnerInnen erleben und uns hier gegenseitig aktivieren und regulieren.



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